Aktueller Stand des Bauxit- und Aluminiumoxidmarktes in China

1. Marktübersicht:

Inländisches Bauxit: Im zweiten Quartal 2022 entspannte sich die angespannte Versorgungslage im Inland zunächst, doch die Preise fielen nach einem Anstieg zunächst wieder. Zu Beginn des zweiten Quartals verlief die Wiederaufnahme des Abbaus aufgrund des Ausbruchs der Epidemie in verschiedenen Landesteilen nicht so reibungslos wie erwartet. Obwohl die Produktion anstieg, war die Lage am Spotmarkt nicht optimal, was zu einer verhaltenen Handelsatmosphäre führte und die Produktion der Aluminiumoxidwerke weiterhin aufbrauchte. Mitte des zweiten Quartals stabilisierte sich die Epidemielage im ganzen Land allmählich, der Abbau normalisierte sich und die Produktion stieg. Da die Preise für importiertes Bauxit hoch waren, führte dies zu einer Kosteninversion bei den Aluminiumoxidunternehmen in Nord-Shanxi und Henan. Der Anteil importierten Erzes sank, die Nachfrage nach inländischem Erz stieg, was sich auf die Erzpreise auswirkte und zu einem schrittweisen Preisanstieg führte.

 

Bild001

 

Bauxitimporte: Zu Beginn des zweiten Quartals 2022 setzte sich der anfängliche Abwärtstrend der Seefrachtkosten fort. Nach dem Ende der Maifeiertage sanken jedoch die Rohölbestände, und die Ölpreise sowie andere Marktfaktoren führten zu einem starken Anstieg der Seefrachtkosten, was wiederum einen gleichzeitigen Preisanstieg bei importiertem Bauxit zur Folge hatte. Im April wurde zudem das erneute Exportverbot Indonesiens bekannt, was die Marktaktivität weiter ankurbelte und die Preise für importiertes Bauxit weiter steigen ließ. Allein der Transport von guineischem Bauxit in chinesische Häfen kann bis zu 40 US-Dollar pro Tonne kosten. Trotz des jüngsten Rückgangs der Seefrachtkosten sind die Auswirkungen auf die Preise für importiertes Bauxit jedoch begrenzt.

2. Marktanalyse:

1. Inländisch gefördertes Erz: Aufgrund der anhaltend schweren Epidemie in verschiedenen Regionen verlief die Wiederaufnahme des Abbaus zu Beginn des zweiten Quartals nicht wie erwartet. Zudem führten die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie zu Transportbehinderungen, was die Marktlage dämpfte und die Nachrichtenlage am Spotmarkt trübte. Mit der allmählichen Stabilisierung der Epidemie nahm der Abbau wieder Fahrt auf und der Spotmarkthandel erholte sich. Die Nachfragelücke inländischer Minen war jedoch aufgrund des hohen Verbrauchs von Erzvorräten in Aluminiumoxidunternehmen zu Beginn der Krise deutlicher denn je, sodass Angebot und Nachfrage weiterhin knapp blieben. Der jüngste Preisdruck auf Aluminiumoxid, der unter anderem in den nordchinesischen Provinzen Shanxi und Henan zu erhöhten Kosten und einem geringeren Anteil importierten Erzes führte, ließ die Nachfrage nach inländischem Erz wieder ansteigen.

Preislich gesehen enthält das derzeit gängige Aluminiumerz in der Provinz Shanxi 60 % Aluminium. Der Preis für einheimisches Erz mit einem Aluminium-Silizium-Verhältnis von 5,0 liegt im Wesentlichen bei 470 Yuan pro Tonne (Werkspreis). In der Provinz Henan enthält das gängige Aluminiumerz ebenfalls 60 %, der Preis für einheimisches Erz mit einem Aluminium-Silizium-Verhältnis von 5,0 liegt jedoch im Wesentlichen bei etwa 480 Yuan pro Tonne. In Guizhou enthält das gängige Aluminiumerz derzeit 60 % Aluminium, und der Preis für einheimisches Erz mit einem Aluminium-Silizium-Verhältnis von 6,0 liegt im Wesentlichen bei etwa 390 Yuan pro Tonne (Werkspreis).

2. Importiertes Erz: Mit der schrittweisen Inbetriebnahme neuer Aluminiumoxid-Produktionskapazitäten in nachgelagerten Bereichen zum Ende des ersten Quartals ist die Produktion dieses Teils der Kapazität stärker von importiertem Erz abhängig; Die Nachfrage nach importiertem Erz im zweiten Quartal insgesamt weist weiterhin einen Aufwärtstrend auf.

Die Preise für importiertes Erz schwankten im zweiten Quartal, blieben aber insgesamt weiterhin hoch. Einerseits schenken viele Marktteilnehmer aufgrund der ausländischen Politik importiertem Erz mehr Aufmerksamkeit, was die Preisentwicklung stützt. Andererseits sind die Seefrachtraten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiterhin hoch. Durch die Wechselwirkung beider Preise trieben die hohen Importpreise den Markt für importiertes Erz in eine synchrone Preisbewegung.

3. Ausblick:

Inländisches Erz: Der kurzfristige Schwerpunkt des Bauxitmarktes dürfte den Gesamttrend stabilisieren, aber es wird dennoch mit steigenden Preisen gerechnet.

Importierte Erze: Die zuletzt gesunkenen Seefrachtkosten haben die Preise für importierte Erze leicht gedrückt. Der Markt für Erzimporte bleibt jedoch weiterhin von einer gewissen Unsicherheit geprägt, was die Preise stützt.


Veröffentlichungsdatum: 30.11.2022